Wiedergutmachung in Geesthacht - Erste Herren siegt mit 2:1

Nach zwei Unentschieden zum Start der Saison (bester Saisonstart seit 2017) stand nun das schwere Auswärtsspiel beim FSV Geesthacht an. Zu Hause an der Berliner Straße sind die Jungs von Coach Gümüsdere eine Macht. Das mussten unsere Jungs bereits in der abgelaufenen Saison erfahren als man mit 1:6 unter die Räder kam. Die vielen SC-Anhänger rieben sich zum Auftakt verwundert die Augen. Das Team kam in weißen Trikots aus der Kabine, die als Ausweichtrikots dienen sollen und mit dem jeweiligen Namen der Spieler geflockt wurden. Wieder einmal haben wir die neue Ausstattung unserem Hauptsponsor Sönke Kewitz zu verdanken. Vielen Dank an dieser Stelle. 

 

In der Vorbereitung auf das Spiel ging es vor allem darum dem jungen und in vielen Teilen oft zu lieben Team auf die Emotionalität und Körperlichkeit einzustellen, die dieses Spiel schon traditionell zu bieten hat. War der SC in der vergangenen Saison noch daran gescheitert, sollte es dieses Mal in dieser Hinsicht viel besser laufen. Sage und schreibe elf gelbe Karten musste der gute Schiedsrichter verteilen. Eine deutliche Sprache über die Art und Weise wie ernst beide Teams dieses Spiel nahmen. 

Matchwinner Görkem Sen
Matchwinner Görkem Sen

Unsere Mannschaft übernahm von Beginn an die Kontrolle über das Spiel und hatte deutlich mehr Ballbesitz als die Gastgeber, die versuchten den Spielaufbau direkt zu unterbinden und sehr hoch anliefen. Heute zeigte unser Team, dass man dieser gegnerischen Taktik spielerisch begegnen kann und überzeugte durch gefälliges Kombinationsspiel. Leider und das war heute das Hauptmanko, resultierten aus der offensichtlichen Überlegenheit keine klaren Torchancen. Im letzten Drittel wurden zu oft die falschen Entscheidungen getroffen oder aber es fehlte schlicht und ergreifend die Durchschlagskraft gegen die guten Innenverteidiger des Gegners, um zum Abschluss zu kommen. 

 

Anders der FSV. Immer, wenn man in die Nähe von Leibolds Kasten kam, war erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Insbonders Yurtoglu war nur schwer in den Griff zu bekommen. Und so war es dann in der 36. Minute eine unübersichtliche Situation im 16er, die zur überraschenden Führung der Gastgeber führte. Mit diesem ärgerlichen Rückstand ging es auch in die Pause. Auf Schwarzenbeker Seite war man sich einig darüber, dass man dieses Spiel aufgrund der Überlegenheit auf gar keinen Fall verlieren dürfe. 

 

Die Marschrichtung für die zweite Halbzeit war also klar. Es musste ein frühes Tor her, um den FSV zu zwingen wieder am Spiel teilzunehmen und sich nicht darauf zu beschränken die Führung zu verwalten und Zeit von der Uhr zu nehmen. So richtig gelang der Plan aber nicht. Der SC zwar weiterhin überlegen und anrennend, der FSV auf Konter lauernd und zumindest durch Freistöße immer wieder gefährlich. Und wenn aus dem Spiel heraus nichts geht, dann muss ein Standard her. Eine sehr gut auf den ersten Pfosten getretene Ecke köpfte Bannasch in seinem ersten Pflichtspiel für den SC in der 69. Minute zum 1:1 ins lange Eck. Der SC wollte mehr. Der FSV eigentlich auch, aber da Yurtoglu angeschlagen runter musste, fehlte dem FSV nun der zentrale Mann des Spiels in der Offensive. 

Jubelszenen nach dem 2:1 in der 98. Minute
Jubelszenen nach dem 2:1 in der 98. Minute

Die Zeit lief dem SC weg und so blieb die Hoffnung auf eine angemessen lange Nachspielzeit. Leider zeigte der Schiri nur vier Minuten an. Bei der Vielzahl an Verzögerungen und Behandlungspausen wären auch 6-8 Minuten angebracht gewesen. Der SC also weiter mit Angriff um Angriff. Mittlerweile auch mit zwei Spitzen nachdem Menger für Grottke kam. Nach einem Ballgewinn war Kuß gegen aufgerückte Gastgeber auf Höhe der Mittellinie auf und davon und wurde dann ohne, dass der Gegner eine Chance auf den Ball hatte in Kniehöhe umgemäht. Daraus resultierte eine unschöne Rudelbildung an der auch wir unseren Anteil hatten. Das war unnötig. Alles sehr unübersichtlich. Aus unserer Sicht hätte der umsichtig leitende Referee hier das Foulspiel auch anders als mit einer gelben Karte bewerten können. Aus dieser Rudelbildung folgte eine deutlich längere Nachspielzeit und so dauerte es bis zur achten Minute selbiger bis Sen aus halblinker Position den Ball ins linke Eck ballerte. Die Berliner Straße erbebte ob des Jubels des Teams und noch viel mehr unter dem Jubel der 60-70 Schwarzenbeker Fans, die das Auswärtsspiel zu einem Heimspiel gemacht haben. Der Schiri pfiff das Spiel gar nicht wieder an und somit war der Sieg perfekt. Wir bedanken uns ausdrücklich bei den FSV-Spielern, die uns fair zum Sieg gratulierten während einige Teamkollegen erst noch ihre Emotionen in den Griff bekommen mussten. Es war ein hart umkämpftes aber in der meisten Zeit nicht unfaires Derby aus dem der SC zurecht als verdienter Sieger vom Feld ging. Ein wirklicher Gänsehaut-Moment als sich das Team unter dem Applaus der Fans für deren Unterstützung bedankte. Das war ein richtig geiler Abend. Vielen Dank an alle Beteiligten.