Wolf bleibt ein weiteres Jahr - 4:0 Heimsieg gegen TuS Hamburg

SCS-Führungsspieler Maxi Wolf
SCS-Führungsspieler Maxi Wolf

Er hat es spannend gemacht, doch am Ende hat sich das lange Warten auf eine Entscheidung gelohnt. Maximilian Wolf bleibt dem SC Schwarzenbek treu. Das gab der Führungsspieler der Ersten Herren am Sonntag nach dem 4:0 Heimsieg gegen TuS Hamburg offiziell bekannt. Aufgrund von beruflichen Umständen hatte der Topscorer des SCS um etwas Bedenkzeit gebeten und seine Entscheidung in der Winterpause aufs Saisonende vertagt.

 

Maxi ist ein sehr wichtiger Spieler in unserem Kader und gehört seit Jahren zum Führungsspielerkreis der Ersten Herren. Im Winter hat Maxi uns mitgeteilt, dass er noch keine Zusage für die kommende Saison geben kann, das war natürlich unbefriedigend. Trotzdem haben wir ihm selbstverständlich die Bedenkzeit gegeben und sind heute umso glücklicher, dass er sich für ein weiteres Jahr beim SCS entschieden hat.“, so Teammanager Florian Leibold. Warum Wölfchen sich mit seiner Zusage so viel Zeit gelassen hat, was er mit dem SCS noch erreichen möchte und wie er persönlich die Entwicklungen im SCS erlebt, erzählt er uns in einem Interview. 

 

Maxi, für die Kaderplanung sind frühe Zusagen von Spielern immer wichtig. Du hast Dir Zeit gelassen und mit Deiner Entscheidung bis vor wenigen Tagen gewartet. Welche Faktoren hatten den größten Einfluss auf deine Entscheidung Pro-SCS und warum konntest Du nicht schon im Winter zusagen?

 

In der Jugend stand Fußball immer an 1. Stelle, da hat man sich noch nicht viele Gedanken machen müssen. Heute sieht das anders aus: Beruf, Studium, Hobbies und Privatleben in der Woche unterzubringen, stellt mich an der ein oder anderen Stelle vor Herausforderungen. Hinzu kommt dann die Wohnsituation in Hamburg, die den zeitlichen Aufwand nochmal erhöht und daher wollte ich im Winter noch abwarten, wie sich das bei mir weiter verhält. Schlussendlich habe ich mich gefragt, ob ich vorerst eine Pause einlegen oder noch weiter beim SCS kicken möchte. Letztlich weiß ich, was ich beim SCS habe: ein mega Team, gute Trainer und Rahmenbedingungen, die kontinuierlich weiter verbessert werden (an dieser Stelle ein "Danke" an dich Leibi und unsere Offiziellen!). Ich habe noch nie für einen anderen Verein gespielt und das wird sich wohl auch nicht ändern. Außerdem werde ich vielleicht auch aufgestellt, wenn ich es die Woche mal nicht zum Training geschafft habe... ;-)

Wolf: Sicher vom Punkt
Wolf: Sicher vom Punkt

In der vergangenen Saison warst Du Top-Torschütze des SCS und auch diese Saison stehst Du mit fünf Toren wieder an der Spitze. Man könnte daraus schlussfolgern, dass der SCS ohne Dich ein großes Problem in der Offensive hätte. Aber auch defensiv spielst Du für das Team eine große Rolle und wirst immer wieder auch als Innenverteidiger aufgestellt. Wo siehst Du Dich selbst und auf welcher Position bist Du für das Team am wertvollsten?

 

Dass man mit 5 Treffern als einer der Top-Torschützen gehandelt wird, spricht nicht gerade für uns. Fairerweise habe ich diese Saison bisher mehr Elfmetertore als Tore aus dem Spiel heraus erzielt, weshalb ich das nicht überbewerten würde. In dieser Saison war vorrangig meine Flexibilität gefragt, da ich kein Spiel über 90 Minuten auf der selben Position gespielt habe und am nächsten Spieltag wieder woanders aufgestellt wurde. Grundsätzlich fühle ich mich zentral am wohlsten, vorzugsweise im Mittelfeld, da ich hier mehr eingebunden bin. Mein Drang Tore zu schießen ist in der Regel größer als das eigene zu verteidigen, daher habe ich gefühlt in der Innenverteidigung zu wenig Bälle in der interessanten Hälfte. Das Entscheidende für uns ist, dass wir als Team funktionieren. Das kann mit Wölfchen in der Innenverteidigung, auf der 6, der 10 oder im Sturm passen und da haben die Trainer je nach Situation und Kaderzusammenstellung ein gutes Auge für.

 

Abstieg aus der Landesliga und zwei Jahre Abstiegskampf in der Bezirksliga liegen hinter Euch, was können die Fans des SCS in der kommenden Saison erwarten? Wird es wieder eine Saison im Tabellenkeller oder glaubst Du, dass das Team 2019/2020 eine andere Rolle spielen kann?

 

Unsere Fans haben wir nicht gerade mit schönem Fußball verwöhnt. Das kann in meinen Augen nicht unser Anspruch sein. Wir müssen nächste Saison häufiger unser gutes Gesicht zeigen, getreu dem Motto: "Leidenschaft schlägt Können" (Zitat: Sven Reinke, Fußballphilosoph). Ich wünsche mir mehr solche Spiele wie das Heimspiel gegen Oststeinbek, mit guter Stimmung auf dem Wall und dem dann glücklicherem Ausgang für uns. Nach zwei Jahren Bezirksliga mit Abstiegskampf wäre es schön, den Klassenerhalt nächste Saison nicht erst vier Spieltage vor Schluss dingfest zu machen. Das Potential dafür ist da.

 

Welche Ziele hast du noch mit dem SC Schwarzenbek und was hast Du Dir persönlich für die kommende Spielzeit vorgenommen?

 

Diese Saison stehe ich bei einer 43%igen Beteiligung - das gilt es nächste Saison zu überbieten. Das ist für mich die Grundlage für konstantere Leistungen. Des Weiteren möchte ich Basti Johns einen auflegen, den er nicht vorbeischießen kann, so dass wir uns einen neuen Chancentod im Team suchen könne. Und mit Thimo Krebs würde ich gerne mal ein paar Doppelpässe spielen, wenn er sich mal vom Ball trennt. Und in meinem Alter kann man sich denke ich schon wünschen, dass ich so wie bisher überwiegend verletzungsfrei bleibe.

 

Auch nach dieser Saison geht es für die Mannschaft wieder nach Dänemark. Drei Wochen später fährt das gesamte Team ins Sommertrainingslager an die Ostsee. Wie wichtig sind aus Deiner Sicht solche Teambuilding-Maßnahmen im Fußball?

 

Zunächst Skål på dig, SCS und auch mal die fußballfreien Wochen genießen. Der Beginn der Vorbereitung und das Trainingslager in Kühlungsborn wird von Dir natürlich aus Marketingsicht wirksam als Teambuilding-Maßnahme dargestellt... Wenn einige aus dem Team noch näher zusammenwachsen, mache ich mir wirklich Sorgen. Spaß beiseite - gerade solche Events machen das Fußballspielen aus und leisten einen Beitrag dafür, dass wir als Einheit für den SCS zusammenwachsen. Leider bin ich zumindest in Kühlungsborn aufgrund beruflicher Verpflichtungen dieses Jahr nicht dabei, freue mich allerdings schon auf die Stories im Nachgang.

 

Zum 4:0 Heimsieg gegen die bereits abgestiegenen Gäste vom TuS Hamburg trug Wolf einen Treffer bei und spielte auf Grund von Personalmangel mal wieder als Innenverteidiger. Die anderen Tore steuerten Viktor Schner und Nico Lüders (2x) bei. Drei Spiele haben die Schwarzenbeker Jungs noch zu spielen eher es in die Sommerpause geht. Aus diesen drei Partien möchten die Jungs möglichst viele Punkte mitnehmen um noch mindestens ein weiteres Team in der Tabelle hinter sich zu lassen. Wir drücken die Daumen und freuen uns erstmal über die drei Punkte und den Verbleib eines Ur-Schwarzenbekers in der nächsten Saison.