Versöhnlicher Jahresabschluss - Schwarzenbeker Jungs siegen an der Wandse

Alle Zähne noch drin? Schrecksekunde Grottke bekam den Fuß von Mitspieler Ohle ins Gesicht und blieb in der 80. Minute verletzt liegen.  (Hier: Archivbild)
Alle Zähne noch drin? Schrecksekunde Grottke bekam den Fuß von Mitspieler Ohle ins Gesicht und blieb in der 80. Minute verletzt liegen. (Hier: Archivbild)

 

Im letzten Spiel des Jahres ging es für die Schwarzenbeker Jungs zum direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt, den TSV Wandsetal. Bereits zwei Mal musste die Reinke/Apel-Elf gegen die Mannschaft aus dem Hamburger Osten antreten, beide Male zog der SCS den Kürzeren und verlor sowohl das Pokalspiel wie auch das Hinspiel an der Schützenallee. Für das dritte Aufeinandertreffen hatte sich das Team viel vorgenommen und wollte mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause starten. Die fünf Niederlagen aus den letzten fünf Spielen sorgten für schlechte Stimmung bei den Schwarzenbeker Jungs und so setze sich die Mannschaft nach der Heimpleite gegen den ASV Bergedorf am vergangenen Sonntag zusammen um offen über mangelnde Einstellung, vergebene Torchancen und den Anspruch an sich selber zu sprechen. Am Ende waren sich alle einig, in diesem Team und in jedem Einzelnen steckt mehr als die Tabelle es vermuten lässt und diese Überzeugung muss endlich auch auf dem Platz zu spüren sein.

 

SC-Trainer Apel fand die richtigen Worte
SC-Trainer Apel fand die richtigen Worte

Bereits bei der Ankunft auf der Sportanlage des TSV Wandsetal hatte SC-Coach Finn Apel ein gutes Gefühl und schwärmte kurz vor dem Anpfiff von den Gegebenheiten vor Ort „Der Rasen ist in einem geilen Zustand, die haben hier sogar eine Tribüne, die Kabinen sind top und das Flutlicht ist auch schon an. Es ist angerichtet, Männer!“. Apel wollte seiner Elf klar machen, dass es an diesem Freitagabend keine Ausreden geben darf. In diesem Spiel ging es um viel mehr als nur drei Punkte – es ging darum eine ruhige Winterpause und mit einem gewissen Punktepolster eine Vorbereitung ohne riesen Druck absolvieren zu können. 

 

Personell konnte der SCS am Freitagabend aus den vollen schöpfen, nahezu alle Mann an Board (abgesehen von Langzeitverletzten) hieß es vor dem Spiel bei dem lediglich Apels Trainerkollege Reinke auf Grund von privaten Verpflichtungen fehlte und Nico Lüders wegen einer Rotsperre zum pausieren gezwungen war. Mit einem breiten Kader und hochmotivierten Jungs startet das Team ins Spiel und die Stimmung von der Ersatzbank sprach für den zurückgekehrten unbedingten Willen des gesamten Teams zu gewinnen. Von Minute eins an wurde jede Aktion der Schwarzenbeker von den Jungs, die es heute nicht in die Startelf geschafft hatten, gefeiert und jeder gewonnene Zweikampf bejubelt wie ein Tor. Diese Einstellung, sein eigenes Ego hinten an zu stellen und alles für den Erfolg der Mannschaft zu tun, spricht für den neu entfachten Teamgeist dieser Mannschaft.

Matchwinner Maxi Wolf
Matchwinner Maxi Wolf

In den ersten 20. Minuten des Spiels war der SCS die klar bessere Mannschaft und erspielte sich Strafraumszenen im Minutentakt. Vor allem der linke Flügel mit Schner und Sen strotze in den ersten Minuten nur so vor Spielfreude. In der 15. Minute scheiterte SC-Topscorer Wolf noch am Torwart der Gastgeber eher er vier Minuten später per Direktabnahme ins rechte unter Eck zur 1:0 Führung der Gäste traf. Zu diesem Zeitpunkt war die Führung hochverdient. Im Anschluss an den Führungstreffer verpassten die Schwarzenbeker es nachzulegen und wurden zunehmend passiver, was den TSV Wandsetal zurück ins Spiel brachte. Bis zur Halbzeitpause sollte allerdings kein weiteres Tor fallen.

 

Zu Beginn der zweiten Halbzeit bot sich den rund 70 Zuschauern ein ähnliches Bild. Der SCS agierte nicht mehr so frisch wie noch in den ersten 20. Minuten und die Gastgeber drängten auf den Ausgleich ohne dabei zu gefährlichen Toraktionen zu kommen.

 

 

Bärenstark: Marten Grottke
Bärenstark: Marten Grottke

Hauptgrund dafür war die starke SCS-Defensive in der vor allem Marten Grottke ein bärenstarkes Spiel machte und annähernd jeden Zweikampf für sich entscheiden konnte. Auch Niclas Kuß, der nach seiner abgesessenen Rot-Sperre wieder in die Startelf rückte überzeugte mal wieder durch sein fehlerfreies Passspiel und seine ruhige Art das Spiel aus der mitte des Spielfeldes zu lenken. Immer wieder war der 6er an Offensivaktionen beteiligt.

 

In der 60. Minute musste Apel dann das erste Mal wechseln. Verletzungsbeding brachte der SC-Trainer Florian Leibold für den angeschlagenen Maxi Hanich und der Wechsel sollte sich auszahlen. Zwar kassierte der SC nach einer Unaufmerksamkeit in der 64. Minute den 1:1 Ausgleich, doch die spielerische Überlegenheit und der ungebrochene Wille der Schwarzenbeker Jungs sollte sich am Ende durchsetzen. Im direkten Gegenzug, als Antwort auf den Ausgleich, war es erneut der starke Maxi Wolf, der den Ball am TSV-Schlussmann zur erneuten Führung vorbeischob. 

 

Archivbild
Archivbild

In der Folge ging der eingewechselte Leibold aggressiv voran und schmiss sich wie die ganze Mannschft in jeden Zweikampf, als würde jede Aktion über Sieg oder Niederlage entscheiden. Jede Grätsche, jedes Tackling und jede gelungene Aktion des SCS wurde dabei mittlerweile nicht nur von der SCS-Bank sondern auch von den rund 30 mitgereisten schwarzenbeker Zuschauern frenetisch bejubelt. 

 

In der 70. Minute war es Leibold der die Vorentscheidung nach Johns-Flanke auf dem Kopf hatte und erst am Torwart der Gastgeber scheiterte und anschließend den Nachschuss übers Tor setzte. Vier Minuten später machte der SC es dann besser. Basti Johns setzte sich erneut überragend auf der rechten Seite durch, flankte auf Schner, der per Kopf auf den im Rückraum einlaufenden Leibold zurücklegte. Leibold nahm den Ball per Dropkick mit viel Risiko und knallte das Leder an den linken Innenpfosten von wo der Ball seinen Weg ins Tor fand. Die Entscheidung!

 

Mit einem guten Spiel: Florian Leibold
Mit einem guten Spiel: Florian Leibold

„Ich bin nur froh, dass ich das Glück heute auf meiner Seite hatte und der Ball im Tor und nicht auf der Tribüne landete. Ein großes Lob muss man der gesamten Mannschaft aussprechen, das war eine großartige Teamleistung von der Nummer 1 bis zur Nummer 32. Endlich haben wir uns mal belohnt und sind nach dem Ausgleichstreffer nicht in alte Muster verfallen. Ich bin stolz Teil dieses Teams zu sein und der Mannschaft heute geholfen zu haben.“, so Leibold nach dem Spiel.

 

Im Anschluss an den Auswärtssieg lud Matchwinner Maxi Wolf die Mannschaft zu sich nach Hause ein und nach dem einen oder anderen Bierchen in der Kabine folgte das Team der Einladung natürlich gerne. Bis in den frühen Morgen feierten die Schwarzenbeker Jungs diesen so wichtigen Sieg und können sich jetzt auf eine etwas entspanntere Winterpause freuen. Ein großes Dankeschön möchten wir an dieser Stelle den Zuschauern aussprechen, die uns mal wieder, wie schon in der gesamten Saison, großartig unterstützt haben. 

 

Der nächste Termin für unsere Jungs ist der 22. Dezember 2018 - Sönke-Kewitz-Cup in der Sporthalle Buschkoppel in Schwarzenbek.