Der Kapitän im Interview - Basenau über seine Zeit beim SCS

André Basenau ist der dienstälteste Spieler unserer ersten Herren und mit seinen 33 Jahren auch der erfahrenste. Basenau trägt das Trikot des SC schon seit über 10 Jahren und ist ein Fußballer der alten Schule. Für ihn zählen Vereinstreue und Loyalität und die Gemeinschaft mehr als das Geld was er anderswo hätte verdienen können. Wir haben uns mit Base getroffen und über seine Zeit beim SCS gesprochen. 

Base, du bist einer der „Retter“ des SCS, einer von denen die schon lange für unseren Verein spielen und auch in der schweren Zeit nicht abgehauen sind. Warum bist Du dem SCS treu geblieben und bist nicht wie viele andere einfach gegangen?


Basenau: Ich spiele nicht des Geldes wegen Fußball sondern weil es mir Spaß macht. Als unser Sponsor aufgehört hat, hat man gesehen wer für den Verein spielt und wer für sich selbst, ich bin geblieben weil ich dem Verein helfen wollte. Diejenigen die letztes Jahr eingesprungen sind konnten nichts für die Misere, das haben andere verbockt. - Von denen lässt sich übrigens keiner mehr sehen auf dem Sportplatz


Du bist der älteste Spieler in der Mannschaft und Kapitän. Wie lange spielst Du schon für den SCS und wie bist Du überhaupt nach Schwarzenbek gekommen?


Basenau: Ich spiele seit 2006 in Schwarzenbek. davor habe ich zwei Jahre beim TSV Tespe mit Hammel und Bubi zusammen gespielt. Da die Mannschaft leider auseinander gebrochen ist, habe ich in der Umgebung nach einem Verein gesucht der ambitioniert Fußball spielt. Als ehemaliger VfL Geesthacht Spieler wechselt man nicht zum FC Geesthacht oder zum Düneberger SV, so wurde es der SCS.


Die Vorbereitung ist fast vorbei. Was meinst Du, war es eine gute Vorbereitung auf den Abstiegskampf – stimmt der Einsatz im Training?


Basenau: Die Vorbereitung war bis jetzt anständig, eine gute Mischung aus läuferischen und spielerischen Elementen. Der Einsatz der Truppe stimmt, wir müssen den Einsatz aber auch im Punktspiel zeigen und nicht nur im Training.

 

Van der Vaart an der Schützenallee | Foto: hamburg-web.de
Van der Vaart an der Schützenallee | Foto: hamburg-web.de

Was war dein Highlight in deiner Laufbahn beim SCS an welche Saison oder welchen Moment erinnerst Du dich besonders gerne zurück?


Basenau: Natürlich denke ich als erstes an unseren Aufstieg 2008 und das Spiel gegen den HSV 2012. Vor 750 Zuschauern das entscheidende Spiel gegen den FSV Geesthacht zu gewinnen und als Meister aufzusteigen war ein besonderer Moment. Ich durfte zusätzlich in meinen Geburtstag reinfeiern und unsere Zweite ist in die Kreisliga aufgestiegen, die Party war legendär. Gegen van der Vaart zu spielen in seinem ersten Spiel nach der Rückkehr, mit diversen Fernsehteams und 2500 Zuschauern. So etwas erlebt man nur einmal, 90 Minuten gegen Profis waren schon eine andere Hausnummer als die 90 Minuten in der Landesliga. Ein unvergessliches Erlebnis in meiner Zeit beim SCS.

 

Du hast schon viele Spieler kommen und gehen sehen und im SCS-Trikot schon mit einigen überragenden Fußballern zusammengespielt. Wer war für Dich der fußballerisch beste Spieler mit dem Du bisher auf dem Rasen gestanden hast?


Basenau: Wer der beste Fußballer war ist Ansichtssache, wir hatten echt viele gute Spieler beim SCS. Jakob Baugirdis, Berthold Raasch (Schinki), und Stefan Bethmann waren einige von vielen Spielern mit denen ich gerne zusammen gespielt habe. Der jüngere Bruder von Piotr Trochowski, Christoph, war auch eine Granate. Wenn es ums Tore schießen ging kommt man an Musielak wohl nicht vorbei.

 

Foto: Deal
Foto: Deal

Der Abstiegskampf wird wahrscheinlich richtig eng dieses Jahr, aktuell habt ihr als Tabellenletzter die schlechtesten Karten. Glaubst Du, dass sich das Blatt noch wendet und wo siehst Du Euch am Ende der Saison?


Basenau: Wir sind zwar Letzter, haben aber nur drei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Wir haben erst zwei Spiele der Rückrunde gespielt, das heißt das wir gegen jeden bis auf Düneberg und ASV Hamburg nochmal ran müssen. Wir müssen von Spiel zu Spiel gucken und versuchen jedes zu gewinnen. Am Ende sehen wir ob es gereicht hat, der Abstiegskampf wird bis zum letzten Spieltag spannend bleiben. Dass wir mit jeder Mannschaft mithalten können haben wir gegen Düneberg und gegen ASV gezeigt.


An der Mannschaft für die nächste Saison wird aktuell noch gebastelt, wie sieht es bei dir aus? Bleibst Du dem SCS erhalten und stehst 2018/2019 noch auf dem Platz?


Basenau: Mit dieser Truppe macht es unglaublich Spaß zu spielen, ich habe vor auch nächste Saison für Schwarzenbek zu spielen. Außerdem freue mich sehr auf das neue Vereinsheim, darin möchte ich als aktiver Spieler noch einige Siege feiern.

 

Foto: Sportfoto Bode
Foto: Sportfoto Bode

Denkst Du schon an Abschied aus dem Herrenfußball und was kommt für dich danach? Ganz ohne Fußball geht auch nicht oder? Alte Herren, Trainertätigkeit?


Basenau: Ich bin ja bekanntlich schon älter, deswegen veletzungsanfälliger als andere. Die Überlegung war schon öfter da aufzuhören, aber wie du schon sagst ohne geht nicht - es macht mir einfach noch zu viel Spaß Fußball zu spielen. Als Trainer wird man mich in Zukunft nirgends finden. Vielleicht spiele ich irgendwann in der alten Herren oder es geht direkt als Zuschauer mit ein paar Bierchen auf den Meckerhügel.

 

Wir danken dir für die offenen Worte und drücken dir die Daumen für eine verletzungsarme Zukunft beim SCS und noch viele weitere Jahre im Trikot der Ersten Herren!