Kühlungsborn die Zehnte? Das Trainingslager: Ein Bericht von Trainer Sven Reinke

So ganz genau weiß ich gar nicht mehr wie oft ich jetzt schon zum Trainingslager mit meinen Teams in Kühlungsborn war. Aber in diesem Jahr war es erstmals die Erste Herren und nicht mehr die Zweite. Hier also mal ein kleiner Bericht aus Sicht des Trainers. Angesetzt war die erste Einheit für Freitag 19:00 Uhr, aber aufgrund der Witterung und des Verkehrs hatten es nicht alle ganz pünktlich geschafft. Also wurde sich nicht in unserer Unterkunft sondern direkt am Kunstrasen umgezogen.

Das Team nach der frühen Laufeinheit
Das Team nach der frühen Laufeinheit

In der ersten Einheit ging es dann in erster Linie um taktische Dinge wie das Defensivverhalten. Alles andere als Defensiv ging es dann beim abendlichen Teambuildingprozess zu. Hier wussten insbesondere auch die jungen, neu hinzugekommenen Spieler zu überzeugen. Und es gibt Hoffnung für die neue Generation: Wir haben Nachwuchs für nahezu ausgestorbene Zwicker-Runden gefunden.

 

Zu meinem größten Vergnügen gehört die Weckzeremonie zum Morgenlauf vor dem Frühstück. Allerdings nahmen mir einige den Spaß und waren schon wach um 6:45 Uhr. Allerdings kamen diese direkt vom Teambuildingprozess in die Unterkunft gestolpert. Und natürlich lag es nur daran, dass es in Kübo und Bad Doberan nahezu keine Taxen gibt. Gott sei Dank waren sowohl Torwart- als auch Co-Trainer dabei und haben aufgepasst. So muss das sein. Zwischen Frühstück und erster Einheit lagen rund eineinhalb Stunden. Eigentlich eine gute Zeit um Schlaf nachzuholen, wenn ich die Benutzung der Betten nicht verboten hätte und regelmäßige Kontrollgänge gemacht hätte. Spaß muss sein. So kamen einige Spieler auf wirklich kreative Ideen. Einer lag unterm Bett, eine Dreierkombo hatte sich in ein Auto verpieselt und andere schliefen im Sitzen aufm Stuhl. Aber ich habe sie alle gefunden und wachgehalten, denn Spaß muss sein. Der Samstag-Morgen läuft schon seit Jahren irgendwie immer gleich ab, aber das gehört dazu.

 

Ich befürchtete also für die Vormittagseinheit das Schlimmste und wurde auf beeindruckende Art und Weise eines Besseren belehrt. Die Jungs gaben Gas und waren bei den Übungen hochmotiviert. Es sind nach zwei Wochen Training in allen Bereichen deutliche Fortschritte zu erkennen. Samstag-Mittag kochen die Jungs schon traditionell selbst. Viktor und Christoph nahmen das in die Hand. Ich wurde gefragt, ob ich das für eine gute Idee halte zwei Studenten, die noch bei Mutti wohnen, das machen zu lassen. Aber die Nudeln mit Tomatensoße waren ganz hervorragend.

 

 

Für die Nachmittagseinheit gab es dann Übungen zum Thema Spielverlagerungen und wieder waren Finn und ich angetan vom Engagement und der konzentrierten Leistung des Teams. Während die Feldspieler also bei Finn und mir gut aufgehoben waren, hatte Pit eine Menge Spaß beim Torwarttraining mit Lucas und Arne. Wobei es zeitweise eher so aussah als ob der Spaß mehr auf Pits Seite denn auf der der beiden Keeper lag. Eine Übung die besonders gut ankam war der Blindenparcours. Während einem Spieler die Augen verbunden wurden musste ein zweiter ihn verbal durch einen kleinen Parcours manövrieren.


Mit verbundenen Augen
Mit verbundenen Augen

 

Nachdem wir beim Beppo-Schießen die Griller für den Abend ermittelt hatten, ging es also abermals zum gemütlichen Teil über. Unter der Aufsicht des Obergrillers Base taten sich hier besonders unsere Youngster bei der Zubereitung des Grillguts hervor. Anschließend wurde Karten gespielt und natürlich FIFA gezockt. Hinterm Haus gab es packende Badminton- Fußballtennisschlachten während sich die Ersten dann deutlich vor 22:00 Uhr in die Betten begaben.

 

So war der Spaß des Weckens am Sonntag auch nur noch halb so groß wie am Samstag, weil alle genügend Schlaf bekommen hatten. In der Abschlusseinheit war das Highlight sicherlich das Footballspiel während dessen ich ausschließlich mit unqualifizierten Äußerungen zum Regelwerk auffiel. Touchdown, Backfield, Interception und irgendwas mit Omaha haben die Jungs auch immer gefaselt. Auf jeden Fall gewann das Team Ohle ziemlich deutlich gegen Team Viktor. Das sah tatsächlich bemerkenswert gut aus. So mit laufen, fangen und blocken und so. Die Schwarzenbek Wolves hätten mal ihre Talentscouts schicken sollen. Anschließend haben wir dann auch noch richtigen Fußball gespielt und noch mal an unseren Standarts gearbeitet bevor es dann ans Reinemachen in der Unterkunft ging.

 

Es war und ich spare ja eher mit Superlativen, ein ganz hervorragendes Trainingslager. Von der Orga, über die sportlichen Inhalte bis zur Teamentwicklung hat das richtig gerockt. Wir sind auf einem guten Weg, haben aber natürlich noch Einiges vor uns.

 

An dieser Stelle möchte ich bei Florian für die vorherige Organisation bedanken und bei unseren Gastgebern der AWO und hier insbesondere bei Kathrin, die immer viel Verständnis für uns hat und uns nahezu jeden Wunsch von Lippen abliest. Vor Ort haben die Jungs sich auch abseits des Platzes eingebracht und man musste nahezu niemandem in den Allerwertesten treten. Mit Pit und Funki im Funktionsteam haben wir alles richtig gemacht. Schlussendlich ist auch das Trainerteam ein neues und nach dem Abgang von Denis bilden nun Finn und ich ein neues Trainerteam. Diese Konstellation funktioniert wirklich großartig und ich freue mich auf die Saison.

 

Sven Reinke